Kreative und aktive Medienarbeit

Was ist kreaitve Medienarbeit? Was ist aktive Medienarbeit? Was bedeutet dies für die medienpädagogische Arbeit?

Angebote gestalten, Tools auswählen

Wie wählt man die richtigen Tools für kreative Angebote aus? Wie wirken Prävention und Kreativität gemeinsam?

Vertiefung der Einsatzbereiche

Es gibt viele verschiedenen Einsatzbereiche der kreativen Medienarbeit, wir geben einen kleinen Überblick.

Verankerung im Medienkonzept

Wie lassen sich Tipps zu Angeboten und Tools sinnvoll in einem Medienkonzept verankern?

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Kreative und aktive Medienarbeit

Im Fokus der aktiven Medienarbeit stehen immer die individuellen Selbsterfahrungen, die wir durch die Gestaltung eigener Medienprodukte sammeln. Durch den Perspektivwechsel werden wir urteilsfähiger und kritischer gegenüber Fremdproduktionen. Im Zuge aktiver Medienarbeit lernen wir durch eigenes Medienhandeln.

Kreative Medienarbeit ist eine Methode bzw. Arbeitsweise der Medienpädagogik. Sie beschäftigt sich sowohl mit klassischen als auch „neuen“ Medien wie Film, Foto, Radio, Musik, Kunst, Internet, Computer, Smartphone etc.

Für beide Ansätze ist der Rückbezug auf das Medienkompetenz-Modell von Baacke wichtg, das wir hier erklären. Alle Dimensionen von Medienkompetenz lassen sich durch ästhetische Weltgestaltung, also durch aktive und kreative Medienarbeit, erfahrbar machen.

Reflexionsfragen zum Video

Reflektiert gemeinsam im Team oder im Arbeitskreis eure Perspektive auf aktive und kreative Medienarbeit:

Was versteht ihr unter ästhetischer Weltgestaltung? Warum ist sie ein wichtiger Aspekt von Medienkompetenz?

Welche Angebote zur kreativen Medienarbeit habt ihr bereits umgesetzt? Inwiefern spiegelte sich darin die Balance zwischen Prozess- und Produktorientierung wider? Waren die Angebote technikorientiert, inhaltsorientiert oder interessengeleitet?

Inwiefern werden eure bisherigen oder geplanten Angebote zur kreativen Medienarbeit dem Alter eurer Zielgruppen gerecht? Welche Schutzaspekte gibt es zu berücksichtigen?

Welche Möglichkeiten erkennt ihr, um kreative und präventive Medienarbeit zusammenzubringen?

Welche Rahmenbedingungen gilt es für euch zu schaffen, um gute kreative Medienangebote umzusetzen?

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Angebote gestalten und Tools auswählen

Es gibt drei Herangehensweisen, wie medienpädagogische Angebote gestaltet werden können. Sie können technikorientiert, inhaltsorientiert und interessengeleitet sein. Einige konkrete Beispiele für Angebote und Tools findet ihr in unseren Videos „How To: Tipps für präventiven Medienarbeit“ und „Kreativität leben!“ (im vorherigen Abschnitt).

Wenn ihr dann noch mehr Inspiration braucht, legen wir euch unsere Kreativ-Tool-Sammlung ans Herz. Diese beinhaltet eine Auswahl an Programmen, Apps und Links, mit denen auch wir gerne und oft arbeiten und die wir für eure ersten Projekte nur empfehlen können. 

Außerdem: Ergänzend zu den Videos und zur Kreativ-Tool-Sammlung stellen wir euch ein How-To Medienpädagogischer Praxistag zur Verfügung. Veranstaltet einen medienpädagogischen Praxistag, um euch im Rahmen eures Arbeitskreises zur Konzeptentwicklung (o.ä.) ganz in Ruhe den Möglichkeiten der kreativen Medienarbeit anzunähern und die Chancen für die Praxis auszuloten.

In unserer Broschüre findet ihr zahlreiche Tools und Tipps zur kreativen Medienarbeit!

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Vertiefung – Einsatzbereiche der kreativen Medienarbeit

Pädagogisches Making

Sowohl im Video als auch im Blogbeitrag zum Thema Praxistipps kommt der Begriff Making vor, der für viele noch unbekannt ist. Daher haben wir in unserem Blogbeitrag die Frage gestellt: Was ist pädagogisches Making? Das Phänomen erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit in der Kinder- und Jugendarbeit. Wir haben für euch zusammengefasst, was Making bedeutet und welches Potenzial wir darin für die Bildung junger Menschen sehen. Im Artikel findet ihr außerdem Empfehlungen für die Konzeption eines eigenen Making-Angebots, die Grundausstattung eines Makerspaces sowie weitere Literaturempfehlungen, falls ihr euch weiter in das Thema einlesen möchtet.

Pädagogisches Making

Sowohl im Video als auch im Blogbeitrag zum Thema Praxistipps kommt der Begriff Making vor, der für viele noch unbekannt ist. Daher haben wir in unserem Blogbeitrag die Frage gestellt: Was ist pädagogisches Making? Das Phänomen erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit in der Kinder- und Jugendarbeit. Wir haben für euch zusammengefasst, was Making bedeutet und welches Potenzial wir darin für die Bildung junger Menschen sehen. Im Artikel findet ihr außerdem Empfehlungen für die Konzeption eines eigenen Making-Angebots, die Grundausstattung eines Makerspaces sowie weitere Literaturempfehlungen, falls ihr euch weiter in das Thema einlesen möchtet.

Kulturelle Bildung

Den Begriff der Kulturellen Bildung erklären wir euch in unserem Blogartikel „Kulturelle Bildung: Herausforderungen, Neuorientierung und Potenziale eines interdisziplinären Ansatzes“.

Die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit ist eines der wichtigsten Arbeitsfelder im Bereich der Kulturellen Bildung. Hier finden Fachkräfte aus Pädagogik, Kunst und Kultur zusammen und initiieren subjektorientierte Angebote, die sich an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen orientieren und Teilhabe an Kunst, Kultur und Medien ermöglichen. Der Artikel verdeutlicht, wie wichtig der Prozess einer Neuausrichtung von Kultureller Bildung ist, um Kunst und Kultur wirklich für alle Menschen zugänglich zu machen. Dabei geben wir euch einen Einblick in die Erstellung eines Medienkonzepts aus der Perspektive der Kulturellen Bildung und stellen außerdem das Projekt participART – Medien.Kunst.Pädagogik vor, das einen strukturellen Ansatz verfolgt.

Film, Fotografie und Audio

Angebote und Projekte zu Film, Fotografie oder Audioproduktionen sind die Klassiker der kreativen Medienarbeit. Hierbei geht es darum, sowohl die ästhetischen als auch die technischen Komponenten der Medienproduktion zu vermitteln, um so auch bei der Medienrezeption die Produktionsprozesse durchschauen und kritisch hinterfragen zu können. Wir bewegen uns damit hauptsächlich im Bereich der Mediengestaltung als Dimension von Medienkompetenz, die Medien als kreatives Sprachrohr in den Fokus nimmt. Aber in kreativen Medienprojekten findet meist in ganzheitliche Medienkompetenzförderung statt. Streng genommen ist die Mediengestaltung auch ein elementarer Bestandteil der Kulturellen Bildung.

Film-, Foto- und Audioprojekte sind im pädagogischen Alltag meist nicht mal eben so umzusetzen, sondern erfordern Zeit sowie Expertise auf Seiten der Fachkräfte. Kinder und Jugendliche durch eine Medienproduktion hindurch zu leiten – von der Entwicklung einer Idee bis hin zum fertigen Produkt – ist die Königsdisziplin der Medienpädagogik. Daher ist es wichtig, sich gezielt fortzubilden und bewusst klein anzufangen. 

Bei folgenden Anbietern findet ihr viele weiterführende Informationen rund um Film-, Foto- und Audioproduktionen: 

Filmothek der Jugend NRW

Medienpädagogik Praxisblog

GMK M-TEAM

Film und Schule NRW

Gamespädagogik

Auch die Gamespädagogik ist im weitesten Sinne ein Bereich der aktiven und kreativen Medienarbeeit. Sie bezieht sich auf die Verwendung von Videospielen als Werkzeug zur Förderung von Medienkompetenz, des Wissenserwerbs und/oder der persönlichen Entwicklung. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, vom Spielenden zum Spieleproduzierenden zu werden und sich bewusst, intendiert, aktiv und kreativ mit dem Hobby Gaming auseinandersetzen. Dabei unterstützen zahlreiche Game-Design-Tools, die wir auch in unserer Toolsammlung oder unserem Video (s.o.) vorstellen.

Viele weitere Informationen und praktische Methoden aus der Gamespädagogik findet ihr auf der Homepage vom Spieleratgeber NRW. 

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Wie verankern wir das Thema im Medienkonzept?

Wie wir sehen konnten, ist die Förderung eines kreativen Umgangs mit Medien und das Ermöglichen von ästhetischem Ausdruck ein sehr wichtiges Element medienpädagogischer Arbeit. Daher sollte das Thema auch Einzug in eurer Medienkonzept finden.

Wie immer gilt: Welche Form ihr für die Darstellung wählt, ist euch überlassen. Doch wir empfehlen, dieses Kapitel besonders handlungsorientiert zu gestalten. Das bedeutet, dass beispielhafte Medienprojekte, Methoden oder Tools vorgestellt oder empfohlen werden. Um euer Einrichtungsprofil zu schärfen, solltet ihr eure gewählten Schwerpunkte verdeutlichen. Sammelt außerdem Plattformen und andere Informationsquellen, bei denen ihr euch über neue Tools, Methoden oder Projekte informieren könnt. Für zukünftige Projekte könnt ihr potenzielle Kooperationspartner*innen – also z.B. uns, die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, oder euer lokales Medienzentrum – in das Kapitel integrieren.  Weitere Anbieter*innen für kreative Medienarbeit findet ihr hier.

Wenn das Konzept als Argumentationsgrundlage für Fördertöpfe dienen soll, empfehlen wir euch, die Definition von aktiver/kreativer Medienarbeit in Verbindung mit dem Medienkompetenz-Modell von Dieter Baacke aufzuführen und zu erläutern, welche Dimension von Medienkompetenz ihr wie durch aktive/kreative Medienarbeit fördert.

Zur Inspiration für dieses Kapitel schaut in die Konzepte unserer Modellgruppen.

Zum Abschluss findet ihr hier Tipps unserer Modellgruppen zum Thema „Kreative Medienarbeit“:

Streetwork Köln

Die größte Herausforerung wird sein, das Team zu ermutigen und zu motivieren, kreative Medienarbeit auszuprobieren. Der zeitliche Aufwand muss thematisiert und geregelt werden. Das Medienkonzept sollte ganz praktische Anleitungen beinhalten und nicht zu hohe Anforderungen setzen.

Jugendzentren Rhein-Kreis Neuss

„Up to date” bleiben, um so Angebote konzeptionieren zu können, die auf der Höhe der Zeit sind. Schritt mit der Entwicklung halten, Trends erkennen und eigene Grenzen/Hemmschwellen überwinden.

Stadt Wuppertal

Da die Angebote der offenen Jugendarbeit vielschichtig zu sehen sind, bietet kreative Medienarbeit optimale Möglichkeiten, pädagogisch auf die Bedürfnisse der Besucher*innen einzugehen

 

Jugendzentren Köln e.V.

Mitarbeitende müssen die Erfahrung akzeptieren, dass sie nicht kompetenter und schlauer sind oder sein müssen als die Zielgruppe selbst. Für viele Angebote wird man sich Experten „einkaufen“ müssen, was i.d.R. Projektmittelakquise bedeutet.