Logbuch „Haltung entwickeln“

von | 14.10.21 | AWO Köln, Streetwork Köln

Endlich geht es los!
Wie habt ihr euch auf die Reise nach CONCEPTOPIA vorbereitet?

Alle Teilnehmenden haben sich zuvor über das Projekt Conceptopia und die verschiedenen Bereiche des Projekts informiert. Während der Antragsstellung hat Marc erstmals den Ist-Zustand reflektiert und sich intensiv mit der Wichtigkeit und dem Einfluss des Projekts auf die Arbeit von Streetwork befasst.

Reisefieber!
Mit welchen Erwartungen startet ihr eure Reise zum Medienkonzept?

Wir haben Ziele, die wir am Ende des Projekts gerne erreichen möchten. Ein Ziel ist es, Orientierung zu schaffen, um Unsicherheiten und Skepsis zu begegnen sowie unsere Arbeit moderner und zeitgemäßer auszurichten. Zudem würden wir gerne ein digitales Beratungstool installieren sowie niederschwellige digitale Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche schaffen. Ebenso ist ein Ziel, eine zentrale Datenablage zu schaffen. Wir wünschen uns, dass unsere Vorgesetzten sich bewusst werden, welche Ausstattung wir für diese Vorhaben benötigen (Hard- und Software) und uns diese zur Verfügung stellen.

Wie würdet ihr euren Ist-Stand beschreiben?

Soziales Umfeld und Vernetzung

Fast alle Jugendlichen besitzen ein Smartphone mit Internetzugang, allerdings nur wenige einen eigenen Computer. Die meisten verbringen täglich mehrere Stunden auf Social Media.
Über Instagram pflegen wir die Kooperation mit unseren Netzwerkpartnern. Wir werben auf unserem Account für deren Angebote oder Projekte. Ebenso versuchen wir, Instagram zu nutzen um unsere eigene Arbeit transparenter zu machen und uns den Jugendlichen vorzustellen, welche wir bei der aufsuchenden Arbeit nicht erreichen.
Die Träger haben die Relevanz zur Implementierung eines Medienkonzeptes erkannt, treiben den Prozess allerdings nicht voran. Die Träger selbst haben eigene Websites und Instagram-Kanäle.
Aufgrund der Kooperation von AWO und Stadt Köln hat Streetwork unterschiedliche Voraussetzungen sowie technische Ausstattung.
Das Thema Datenschutz ist oftmals ein Hindernis für die Nutzung neuer digitaler Medien.
Bisher gibt es keine zentrale Datenablage. Dies ist hinderlich für die interne Kommunikation und Weitergabe von Daten/Infos.

Ziele:
– Dokumentation vereinfachen und zentrale sichere Ablage schaffen
– Klient*innen Akquise über eigene Website

 

Medienpädagogische Kompetenz

Die Medienkompetenz der Mitarbeitenden ist sehr unterschiedlich. Mitarbeitende, die privat digitale Medien nutzen, haben oftmals eine geringere Hemmschwelle, soziale Medien zu nutzen. Bei einigen herrscht Verunsicherung bezüglich der Nutzung (Außendarstellung, rechtliche Rahmenbedingungen). Bisher fehlt es an einer Organisationsstruktur, die der dauerhaften Implementierung von digitaler Jugendarbeit gerecht werden kann.

 

Projekte und Angebote

Es gibt Instagram Accounts der einzelnen Bezirke + einen Streetwork Köln Account.
Zudem gibt es einen Image Film, welcher in Zukunft als Werbung bei Instagram geschaltet werden soll.
AG Insta pflegt den Streetwork Köln Account + AG Werbung.
Wenn gewünscht gibt es die Möglichkeit, Beratungen über Zoom, Skype oder WhatsApp durchzuführen.
Zur Analyse der Zufriedenheit der Klient*innen in Bezug auf die Beratungsangebote gibt es einen digitalen Fragebogen.

 

Ausstattung und Finanzen

Es wird versucht, eine technische Infrastruktur auszubauen, Neuanschaffungen sind jedoch aufgrund ihres Budgets nicht immer abgedeckt, sodass sie sorgfältig abgewogen werden.
Smartphones und Laptops gehören zur Grundausstattung. Einige Geräte sind allerdings veraltet.
Nicht alle Standorte verfügen über einen WLAN-Zugang. Teilweise gibt es mobile WLAN-Router.
Tablets oder Beamer können über die AWO ausgeliehen werden. Zudem gibt es einen mobilen Drucker für mobile Sprechstunden.
Programme wie Canva, Davinci, Resolve, Gimp, Skype, Zoom, Whats App und Insta sind im Gebrauch. Mitarbeitende der Stadt Köln können einige Programme nicht auf ihren Endgeräten installieren.

Finanzierung AWO: Schmale Beträge zur Verfügung. Diese kommen von der Stadt oder dem Jobcenter. Für zusätzliche Anschaffungen müssen extra Anträge gestellt werden.
Finanzierung Stadt: Kostenstelle mit Streetwork Posten, ab bestimmten Beträgen muss eine weitere Hierarchiestufe hinzugezogen werden.

Ziele:
– Tablets für systemische Beratung
– Digitale Datenablage

 

Haltung und Arbeitsweise:

Teilweise besteht Skepsis, ob die Arbeit auf Social Media sinnvoll ist und einen Mehrwert hat.
Es herrscht ein Spannungsfeld bezüglich der Darstellung auf Social Media (privat vs. beruflich).
Das Team teilt die Auffassung, dass sich der Nutzen sozialer/digitaler Medien an der Lebenswelt der Jugendlichen orientiert. Allerdings wird sich auch gefragt, in welchem Ausmaß es digitale Medien braucht, um die Qualität der Arbeit zu verbessern.
Zudem ist es für viele Kolleg*innen eine Herausforderung, sich auf Social Media politisch neutral zu äußern.
Es bestehen Ängste, dass der eigentliche Arbeitsauftrag aus dem Blick verloren wird.

„Haltung entwickeln!” – Warum ist diese Station wichtig für euch?

In einem Team existieren verschiedene Haltungen. Damit alle an einem Strang ziehen, sollte man eine einheitlich professionelle Haltung entwickeln.
Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, wie man die Leute „abholt“, die dem Projekt und medienpädagogischer Arbeit noch skeptisch gegenüber sind. Uns ist dabei besonders wichtig, diesen Personen den Mehrwert der medienpädagogischen Arbeit bewusst zu machen und zu vermitteln, welche Vorteile das Projekt für unsere Arbeit hat.
Die Teilhabe des Großteams ist Voraussetzung, um den Prozess transparent zu gestalten und eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Gemeinsam kann anschließend ausdifferenziert werden, welche Themen in dem Medienkonzept bearbeitet werden sollen.
Im Rahmen des ersten Conceptopia-Treffens haben wir Methoden an die Hand bekommen, um die Haltungsentwicklung jedes einzelnen und des Teams voranzutreiben. Diese wollen wir in Zukunft auch dem Großteam zur Verfügung stellen.

Welche Tipps würdet ihr anderen Gruppen für die medienpädagogische Haltungsentwicklung geben?

Einen offenen Raum zum Austausch bieten, damit man über die verschiedenen Haltungen ins Gespräch kommen kann. Nur so kann Dissonanzen entgegengewirkt werden. Zudem sollte man Mut aufbringen, neue Methoden auszuprobieren.

Wo seht ihr eure nächsten Herausforderungen auf der Reise?

Die erste Sitzung ist noch nicht so weit in die Tiefe gegangen, dass unsere größeren Herausforderungen erkenntlich wurden. Diese Herausforderungen werden sich vermutlich aufzeigen, sobald es in die Umsetzung unserer Erwartungen und Ziele geht. Wir rechnen damit, dass insbesondere strukturelle Hindernisse (Stadt – AWO) uns vor Herausforderungen stellen können.
Aktuell ist es uns wichtig,  das Thema Medienkonzept präsent zu halten. Dies gestaltet sich manchmal schwierig, da unsere Treffen in größeren Abständen stattfinden und wir daher aufgefordert, sind immer wieder neu in den Prozess einzusteigen. Zudem wird es eine Herausforderung sein, alle Teammitglieder von einem Medienkonzept zu überzeugen.

Motivationsspruch für die Weiterreise:

Streetworker*innen an Deck!
Digitale Schätze? – Check!

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