Logbuch „Rechtliches abwägen!“

von | 4.04.22 | Jugendkunstschulen / Kulturelle Jugendarbeit

Wie habt ihr euch bisher über rechtliche Fragestellungen informiert?

Im Austausch und durch professionelle Rechtsberatung im Zuge der DSGVO. Dabei nutzen wir die Expertise von Datenschutzbeauftragten sowie Informationen aus sicheren Internetquellen, von ähnlichen Einrichtungen sowie Kenntnisse von ausgewiesenen Medienpädagog*innen und Kontakte zu kommunalen Stellen.

Warum ist es für euch wichtig, rechtliche Grundlagen der Jugendarbeit mit (digitalen) Medien zu kennen?

Weil digitaler Raum realer Raum ist und wir Akteur*innen der Kulturellen Jugendarbeit uns hier rechtssicher bewegen möchten und weil Jugendschutz und Kindeswohl wichtige Themen sind, bspw. im Hinblick auf Cybergrooming, Cybermobbing, sexualisierte Gewalt, Hassrede u.v.m.

Erst wenn unsere Fachkräfte die rechtlichen Grundlagen kennen, können sie kreativ und frei arbeiten. Das gibt Sicherheit, vermeidet böse Überraschungen und Enttäuschungen. Es gilt zu vermeiden, dass man die Lust oder den Mut verliert, etwas Neues auszuprobieren, aus Angst, etwas falsch zu machen.

Welche Impulse für das Medienkonzept habt ihr mitgenommen?

Mitgenommen haben wir unter anderem, dass man die eigenen Strukturen und Bedarfe als Ausgangspunkt nehmen muss und es kein Einheitsrezept gibt. Außerdem gilt es zu beachten, dass die Honorarkräfte auf diesem Gebiet fortlaufend geschult werden müssen.

In welchen Situationen habt ihr exemplarisch bereits rechtliche Spannungsfelder erfahren? (zum Beispiel: Privatsphäre & Kontrolle, Befähigung & Jugendschutz, Datenschutz & pädagogischer Auftrag)

Dies war zum Beispiel der Fall bei Projekten mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen, die sehr gerne fotografiert werden und ihre Fotos  veröffentlicht sehen wollten. Die Projektpartner*innen haben sich aber zum Schutz der Teilnehmenden dagegen haben. Oder auch im Spannungsfeld zwischen Eltern und Kindern: In Trennung lebende Elternteile waren unterschiedlicher Auffassung was die Veröffentlichung von Fotos ihrer Kinder anbelangt.

Welche heißen Tipps zum Thema Rechtliches aus der Sitzung könnt ihr anderen Trägern der Jugendförderung mitgeben?

Lasst euch nicht verunsichern und tauscht euch mit anderen euch ähnlichen Institutionen aus – was bei denen gut funktioniert passt ja evtl. auch bei euch.

Wo seht ihr eure nächsten Herausforderungen auf der Reise?

Den richtigen Weg zwischen Partizipation und Konzeption zu finden.

In der Erarbeitung eines Konzepts (Handouts), das die unterschiedlichen Bedarfe der Einrichtungen bedienen kann. Die Umsetzung vor Ort in der eigenen Einrichtung im Blick behalten und bei der gemeinsamen Konzeption berücksichtigen.

In der kommenden Sitzung „Technik begreifen und Kreativität leben“ möchten wir vor allem zu folgenden Themen etwas erfahren:

Handwerkszeug zum Weitergeben:

  • Methodenpool mit Praxisbeispielen aufbauen, sortiert nach Alter der Teilnehmer*innen und Gruppengröße
  • benötigte Hardware auflisten, möglichst mit Preisangaben
  • Tutorials, die auch nicht technikaffine Mitarbeitende verstehen
  • Dozent*innenpool
  • Infos zu Fachstellen für Medienarbeit, die beratend und als Kooperationspartner zur Verfügung stehen
  • Projektpool
  • Ressourcen – Personal(kosten) und Finanzen
  • interessante, kreative Apps

Du hast eine Frage zum Projekt? Dann kontaktiere uns gerne.